Es bleibt offen, ob die sichtbare Kirche noch in dieser Welt zugunsten der unsichtbaren ganz aufgelöst werden kann.[2]. Aufl. Kritik der Urteilskraft | Bereits 1746, im Alter von 22 Jahren, veröffentlichte Kant seine erste Schrift, "Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte". die Religion kann meiner Meinung nach durch keine Autorität vorgegeben werden. – Sie bedarf also zum Behuf ihrer selbst (sowohl objectiv, was das Wollen, als subjectiv, was das Können betrifft) keinesweges der Religion, sondern Vermöge der reinen praktischen Vernunft ist sie sich selbst genug.“. Wie eingangs bereits angedeutet geht es Kant letztlich um seine "Moraltheologie" in Ablehnung einer "theologischen Moral". Giuseppe D'Alessandro Gedanken Zu Einem Ambivalenten Verhältnis: Marcus Herz Und Immanuel Kant. Die Religion in Bezug auf die Wiederherstellung des Guten 5. In: Tabula Rasa, Nr. Eine Biographie. Oktober 1794 ging eine Kabinettsorder Friedrich Wilhelms II. Die Anlage zum Guten 3.2. gewendet. Etwa um das Jahr 1792 beginnt Kant die natürliche Religion und den christlichen Glauben „vor dem Gerichtshof der praktischen Vernunft zu verhandeln.“ In kurzer Folge erscheinen „Über das radikal Böse in der menschlichen Natur“ und, ein Jahr später, „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft.“ Das dem Religionswahne entgegengesetzte moralische Princip der Religion, § 3. Die Metaphysik der Sitten | Immanuel Kant ist der bedeutendste Philosoph dieser Zeit, seine Anstöße bedeuten bis heute die wichtigste Zäsur für unser Denken. Aber die Denkungsart eines Staatsoberhaupts (…) sieht ein: daß selbst in Ansehung seiner Gesetzgebung es ohne Gefahr sei, seinen Untertanen zu erlauben, von ihrer eigenen Vernunft öffentlichen Gebrauch zu machen und ihre Gedanken über eine bessere Abfassung derselben, sogar mit einer freimütigen Kritik der schon gegebenen, der Welt öffentlich vorzulegen; (…). 13 v. August 1997, Gott – eine Frage der Moral? Jedem, der Kant persönlich kannte, war klar, daß ihm der Glaube an einen persönlichen Gott fremd war. Eine Biographie. Kant unterscheidet in seinen moral- und religionsphilosophischen Betrachtungen zwischen einer "theologischen Moral" und einer "Moraltheologie", wobei letztere die Kantische Auslegung des Verhältnisses zwischen Ethik und Religion beinhaltet. Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft ist eine religionsphilosophische Schrift von Immanuel Kant, die zwischen 1793 und 1794 erschienen ist. Religion kann man nicht erzwingen bzw. Von dem Hange zum Bösen in der menschlichen Natur 2.4 Der Mensch ist von Natur böse 2.5 Vom Ursprung des Bösen in der menschlic… Sittlichkeit, Religion und Geschichte in der Philosophie Kants. Vom allgemeinen subjectiven Grunde des Religionswahnes, § 2. 7. In der Kant-Biographie Manfred Kühns heißt es dazu: „Die organisierte Religion erfüllte ihn [Kant] mit Zorn. Beck, München 2004. Zweiter Theil: Vom Afterdienst Gottes in einer statutarischen Religion. „Bezeichnend für Kant ist die Verbindung von Moral und Religion und nicht zufällig auch die Reihenfolge, in der die Begriffe miteinander verbunden sind.“ [7] Die Moral „bedarf zum Behuf ihrer selbst [sowohl objektiv, was das Wollen, als auch subjektiv, was das Können betrifft] keineswegs der Religion, sondern vermöge der reinen praktischen Vernunft, ist sie sich selbst genug.“ Immanuel Kant: "Kritik der reinen Vernunft (1781/1787)" in: ... Kant und die Philosophie in weltbürgerlicher Absicht: XI. Schließlich kann die Frage gestellt werden, ob die Moral eine Religion rechtfertigen kann. Weil aber nur Gott eine wirklich ernst gemeinte moralische Einstellung der Menschen erkennen kann, ist das ethische Gemeinwesen nur in Form einer Kirche denkbar. Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht | Ethik u.Religion.Die Moral, "sofern sie auf dem Begriffe des Menschen als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens gegründet ist, bedarf weder der Idee eines anderen Wesens über ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer anderen Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten". 2. diejenige Freude die von allen bevorzugt wird die sie kennen, ist im Vergleich zu anderen besser 3. der qualitativ höhere Freude kennengelernt hat, wird niedrigere nicht anstreben 4. Schlussbetrachtung 6. Nach Kant kann deshalb jeder Mensch mittels seiner Vernunft den "Willen Gottes" erkennen oder anders formuliert: die durch die menschliche Vernunft erkannte Sittlichkeit führt unausweichlich zur Idee Gottes. Wirklich moralisch können für Kant nur diejenigen moralischen Pflichten sein, die sich durch reine Vernunft erkennen lassen. Dennoch sei es notwendig, diese Ideen zumindest zu postulieren, d. h. als Hypothese anzunehmen, damit der Mensch sich überhaupt als Wesen begreifen könne, das moralisch handeln kann. Für Kant bedeutet dies keine Abkehr von der Religion, wohl aber Abkehr von unsinnigen Gottesbeweisen und religiösen Bevormundungen. Das Ziel der Vernunftreligion Kants ist damit nicht primär die Erlösung oder andere Formen der Belohnung für eine gute Lebensführung, sondern allein der moralische („gute“) Lebenswandel selbst. Das Hauptmerkmal, welches in der Einleitung bereits erwähnt wurde, ist, dass die Erkenntnis von Moralität unumgänglich zur Idee Gottes führt und nicht, dass ethische Prinzipien als von Gott gegeben und dadurch blind, also ohne Selbstreflexion der praktischen Vernunft, zu befolgen wären. Diese sollte nur durch die Zuhilfenahme der Logik und der Vernunft gefunden werden, ohne dabei solche subjektiven Werte wie Erfahrung, Ideologien oder Wünsche zu berücksichtigen. Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können | Höffe, Otfried: Immanuel Kant. Unter "Moraltheologie" versteht Kant nun aber jenes ethische Konstrukt, welches den Begriff von Gott durch die Moralität überhaupt erst erkennt. S. 63. IMMANUEL KANT: DIE RELIGION INNERHALB DER GRENZEN DER BLOßEN VERNUNFT Ziel des Referats: Welche Rolle spielt die Religion in der Ethik Kants? Die Grundlage der Sittlichkeit (s d.) ist die sittliche Autonomie des Menschen. Die Natur ist keine Quelle der Moral, und um die anderen Moralquellen, die im Menschen selbst entspringen, steht es auch nicht gut. KpV, Zweites Buch. Das radikal Böse 4. Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft | Das Böse 1.1 Begriff und Definition des Bösen 2. Die Seele wird also nicht erlöst, sondern muss bis ins Unendliche danach streben, moralisch zu sein. Dabei ist für das Verständnis der Religionsschrift (RGV) jedoch wichtig, diese Ideen nicht mit den gewöhnlichen religiösen Vorstellungen zu verwechseln. Teil Vom Afterdienst Gottes in einer statutarischen Religion, Kritik an Offenbarungsglauben und religiösen Kulten, Freiheit, Unsterblichkeit und Gott als Postulate der praktischen Vernunft, Kants persönliches Verhältnis zur Religion. Die Begründung liegt darin, dass Gott bei Kant für das vollkommen moralisch Gute steht und somit kann das, was der Mensch als moralisch wertvoll erkennt, nichts anderes als eben jene göttliche Wesensart sein. Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft | Das menschliche Empfinden solle als Maßstab dafür dienen, ob etwas gut oder schlecht sei. Aufgearbeitet in: Stangneth, Bettina: "Kants schädliche Schriften". Die generelle Unmöglichkeit solcher Beweise hatte Kant bereits in der Kritik der reinen Vernunft gezeigt. Die Religion hat nach diesen Texten keine Funktion in der Moral, weil die reine Vernunft genügt, um zur moralischen Handlung zu bestimmen 11. Was genau unter diesen Ideen zu verstehen ist, behandelt Kant in anderen Werken und thematisiert es in der RGV nicht eigens. Daten und Zitate aus: Höffe, Otfried: Immanuel Kant. à Warum die Moral nicht aus der Religion begründet werden kann, sondern die Religion aus der Moral entspringt. Der Hang zum Bösen 3.3. Neuere Veröffentlichungen zeigen jedoch, dass Kant – wie in seiner Religionsschrift theoretisch dargelegt – auch privat große Teile der kirchlichen Praxis ablehnte. Diesen statutarischen Glauben nun (der allenfalls auf ein Volk eingeschränkt ist und nicht die allgemeine Weltreligion enthalten kann) für wesentlich zum Dienste Gottes überhaupt zu halten und ihn zur obersten Bedingung des göttlichen Wohlgefallens am Menschen zu machen, ist ein Religionswahn, dessen Befolgung ein Afterdienst, d. i. eine solche vermeintliche Verehrung Gottes ist, wodurch dem wahren, von ihm selbst geforderten Dienste gerade entgegen gehandelt wird.“. Schlagfertig antworten - Die 5 besten Tipps. Religionsgemeinschaften sind eben nicht nur ein Zusammenschluss von Menschen, die eine religiöse Überzeugung teilen. Skeptische Annäherungen an die Kantische Religionsphilosophie. dem Object, nach in irgend einem Stticke von der Moral, denn sie geht auf Pflichten überhaupt, sondern ihr Unterschied von die-ser ist blos formal, d.i. Die Moral, so Kant 1793 in seiner Religionsschrift, bedürfe «keineswegs der Religion». Zudem setzt ein Handeln aus Pflicht voraus, dass sich das Handeln des Menschen nicht nur in bloßer Übereinstimmung mit moralischen Regeln befindet – dies nennt Kant pflichtgemäßes Handeln –, sondern der Mensch sich frei für das moralische Gesetz (das Sittengesetz) entscheidet. Kritik der reinen Vernunft | Säkularisierte Eschatologie in Kants Religions- und Geschichtsphilosophie, Berlin/Boston 2014, 139–154. der selbst unbewegt ist, und das ist Gott. S. 250f. Kant vertritt also die These, dass es eine „Fortsetzung“ des Fortschritts „vom Schlechteren zum Moralischbesseren [...] selbst über dieses Leben hinaus“ gibt. Humes Untersuchung über die Prinzipien der Moral erschien erstmals im Jahr 1751. Von der ursprünglichen Anlage zum Guten in der menschlichen Natur, II. Kant bestreitet nicht, dass der Mensch nach subjektiven Grundsätzen handelt, wofür er den neutraleren Begriff Maxime verwendet. Monotheismus der Vernunft und des Herzens, Polytheismus der Einbildungskraft und der Kunst, dies ist, was wir bedürfen! Immanuel Kant glaubte aber an den freien Willen des Menschen und hielt diesen auch für beweisbar. Der Graf von Shaftesbury (1671-1713) behauptete rund 50 Jahre zuvor, die Wurzel der Moral liege nicht in der Religion, sondern in der Natur des Menschen. Zum ewigen Frieden | Von der ursprünglichen Anlage zum Guten in der menschlichen Natur 2.3. Moralität ist "die Bedingung, unter der allein ein vernünftiges Wesen Zweck an sich selbst sein kann; weil nur durch sie es möglich ist, ein gesetzgebend Glied im Reiche der Zwecke zu sein". Die Vernunft in einem Geschöpfe ist ein Vermögen, die Regeln und Absichten des Gebrauchs aller seiner Kräfte weit über den Naturinstinct zu erweitern, und kennt keine Grenzen ihrer Entwürfe. „Vernunftreligion“, die jeden blinden Glauben – etwa den Glauben an Offenbarungsweisheiten, den Kant als „Afterdienst“ bezeichnet – überwindet und allein auf dem Fundament der Vernunft ruht. der Herrschaft des Guten in der Welt. Majestät allergnädigsten Specialbefehl“ wurde daher von Kant verlangt, auf jede weitere Veröffentlichung dieser Art zu verzichten, „widrigenfalls Ihr Euch bei fortgesetzter Renitenz unfehlbar unangenehmer Verfügungen zu gewärtigen habt.“[5] Kant musste sich daraufhin verpflichten, auf alle weiteren Stellungnahmen in Religionsfragen zu verzichten, woran er sich auch bis zum Tod des Königs hielt. Vom Leitfaden des Gewissens in Glaubenssachen. Deshalb weicht er auf die Moral aus. Die Religion hat nach diesen Texten keine Funktion in der Moral, weil die reine Vernunft genügt, um zur moralischen Handlung zu bestimmen 11. Beck, München 2004. Dies wäre also nicht die Frage nach der Begründung der Richtigkeit, sondern die Frage nach der Motivation, einer (richtigen oder falschen) Moral Folge zu leisten. Gegen letztere zeigt Kant nun folgend ein paar Gegenargumente auf: 1.) Teil: Historische Vorstellung der allmählichen Gründung der Herrschaft des guten Prinzips auf Erden, 1. Kants Schrift stieß auf erheblichen Widerstand durch die preußischen Behörden. Die Religion (s. d.) gibt uns die Hoffnung, der Glückseligkeit einst in dem Maße unserer Würdigkeit teilhaftig zu werden. https://narabo.de/kant-und-wie-man-die-moralitaet-einer-handlung-ueberprueft Vgl. Bereits 1746, im Alter von 22 Jahren, veröffentlichte Kant seine erste Schrift, "Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte". Beck, München 2004. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten | Nach dem Religionsedikt von 1788 wurden kirchen- und religionskritische Schriften besonderen Zensurmaßnahmen ausgesetzt. Einleitung 1. Zuerst werde ich hier von einer Idee spre-chen, die… Was sind aber nun die Kernaussagen von Kants "Moraltheologie"? Einer "theologischen Moral" schreibt Kant das Merkmal der Voraussetzung der Existenz Gottes zu, wobei die ethischen Regeln und Werte (bei Kant … Die Moral ist Gegenstand des Ethik-Unterrichts. Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft ist eine religionsphilosophische Schrift von Immanuel Kant, die zwischen 1793 und 1794 erschienen ist. Vielmehr steht es ihm frei, kraft seiner Vernunft, selbst Kausalketten anzustoßen. Nach Kant muß der moralische Wert einer Handlung in der Handlung selbst liegen, nicht in den ohnehin subjektiven und vielfältigen Absichten, die die Menschen mit ihren Handlungen verfolgen, und auch nicht in den unübersehbar vielen möglichen Folgen und Zufälligkeiten, die menschliches Handeln haben kann. Dass die Idee der Freiheit, die Idee der Unsterblichkeit der Seele und die Idee Gottes unbeweisbare, aber notwendige Postulate der Vernunft sind, wie Kant in der Kritik der praktischen Vernunft behauptet, wird … „Die Moral, so fern sie auf dem Begriffe des Menschen, als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens, gegründet ist, bedarf weder die Idee eines andern Wesens über ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer andern Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten. Kant lehnt alles an der Religion ab, was mit Offenbarung, Dogmen, Wunderglauben oder „himmlischen Einflüssen“ zu tun hat. Sie ist das, was macht, dass – wenn ich geläufige und doch missverständliche Begriffe gebrauchen darf – wovon hier die Rede ist, nicht Moral ist, sondern Religion. 3.) eine Gesetzgebung der Vernunft, um der Moral durch diese selbst erzeugte Idee von … Nur zum Behuf einer Kirche, deren es verschiedene gleich gute Formen geben kann, kann es Statuten, d. i. für göttlich gehaltene Verordnungen, geben, die für unsere reine moralische Beurtheilung willkürlich und zufällig sind. Damit ist gesagt, dass die menschliche Vernunft, soll sie moralisch gut denken, eine Existenz von Gott mitdenken muss. S. 16f. Beck, München 2004. die Wissenschaft von der Moral. Obwohl alle religiösen Vorschriften, die über die Forderungen der Moral hinausgehen, an sich überflüssig seien, seien sie doch notwendig, um das ethische Gemeinwesen überhaupt realisieren zu können; sie dienen als 'Vehikel' zu einer immer besseren Annäherung an das Vernunftideal. Realisierbar ist aber die sichtbare Kirche, die immer von einem Offenbarungs- oder einem „statutarischen“ Glauben ausgehen müsse und durch verschiedene religiöse Praktiken und Kulte geprägt sei. Die Poesie bekommt dadurch eine höhere Würde, sie wird am Ende wieder, was sie am Anfang war – Lehrerin der Menschheit; denn es gibt keine Philosophie, keine Geschichte mehr, die Dichtkunst allein wird alle übrigen Wissenschaften und Künste überleben. Moral als Aspekt der menschlichen Natur[Bearbeiten] Als soziales Wesen erfährt der Mensch von Geburt an im Normalfall Liebe, die Bereitschaft zum Verzicht und zur Fürsorge.Ohne diese Eigenschaften wäre ein dauerhaftes Zusammenleben in Gemeinschaften nicht möglich. Die weiteren Abschnitte der Religionsschrift schildern einen idealen geschichtlichen Verlauf hin zur allmählichen Errichtung des Reiches Gottes bzw. von der Ethik her erschlossen und nicht schon als existent vorausgesetzt. In: Jahrbuch für Recht und Ethik, 8 (2000) 437-531. Die Vorstellung, dass ethisch gute Werte und Prinzipien ausschließlich durch das Dasein und die Wesensart Gottes geboten sind ist letztlich ein Zirkelschluss, denn damit Gott diese Eigenschaften zugeschrieben werden können, muss dem Menschen bzw. Genau das möchte Kant in seiner Ethik jedoch verhindern, geht es ihm letztlich doch um die moralische Vollkommenheit des Guten, sowohl in Gott als auch im Menschen. Der Graf von Shaftesbury (1671-1713) behauptete rund 50 Jahre zuvor, die Wurzel der Moral liege nicht in der Religion, sondern in der Natur des Menschen. Daher kann laut Kant die Religion selbst nicht bestimmen, was moralisch geboten oder verboten ist. Deshalb heißt es Ethik-Unterricht und nicht Moral-Unterricht. Die Vernunft in einem Geschöpfe ist ein Vermögen, die Regeln und Absichten des Gebrauchs aller seiner Kräfte weit über den Naturinstinct zu erweitern, und kennt keine Grenzen ihrer Entwürfe. Das Prinzip des Bösen dient Kant also als Erklärung dafür, weshalb der Mensch wider besseres Wissen oft unmoralisch handelt. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht, I. Teil Vom Dienst Gottes in einer Religion überhaupt, II. Einen Erlösungsgedanken wie beispielsweise im Christentum kennt Kants Religionsphilosophie nicht, da die Seele laut Kant auch nach dem körperlichen Tod weiterhin um Moralität bemüht sein muss. Kritik der praktischen Vernunft | Moral also führt unumgänglich zur Religion, wodurch sie sich zur Idee eines machthabenden moralischen Gesetzgebers außer dem Menschen erweitert,2 in dessen Willen dasjenige Endzweck (der Weltschöpfung) ist, was zugleich der Endzweck des Menschen sein kann und soll. - Um moralisch zu handeln, ist der Glaube an Gott nicht notwendig. (Seite 311) Nach Voltaires „Candide oder der Optimismus“ hatte Kant 1791 seine Schrift veröffentlicht: ÜBER DAS MISSLINGEN ALLER PHILOSOPHISCHEN VERSUCHE DER THEODIZEE. Die Moral, so fern sie auf dem Begriffe des Menschen, als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens, gegründet ist, bedarf weder die Idee eines andern Wesens über ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer andern Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten. Nach und nach sei ein Stück ums andere abgefallen.“[7] Bereits in einem Brief an Lavater aus dem Jahr 1775 erklärte Kant die „Lobpreisung des Lehrers dieser Religion“ (gemeint ist Jesus) sowie Gebets- und „Andachtshandlungen“ für „unwichtig“. Da es Kant aber um ein kategoriales, d.h. allgemein gültiges und notwendiges Prinzip von Ethik geht, ist dies ein gültiges Argument für Kants moralphilosophische Strategie. Die Natur des Menschen 3.1. Die im Christentum überlieferte Lehre dient als Ausgangspunkt, um weitere Anknüpfungspunkte zwischen Moral und Religion aufzufinden: Die Erbsündenlehre thematisiert das Problem, dass im Menschen eine Anlage zum Guten einem Hang zum Bösen ausgesetzt ist; die Figur Christus dient als Sinnbild eines moralisch vollkommenen Menschen; und die Idee der Kirche wird als „ethisches Gemeinwesen“ verstanden. Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Die_Religion_innerhalb_der_Grenzen_der_bloßen_Vernunft&oldid=201200149, „Creative Commons Attribution/Share Alike“, I. - Moralisches Handeln darf als einzige Triebfeder nur das Sittengesetz haben. Die wird oft als besonders vorbildlich hingestellt. Der Autor und sein Werk 3. Eine Biographie. "Also ist die Sittlichkeit und die Menschheit, sofern sie derselben fähig … Der junge Denker hatte großes Interesse an Naturwissenschaften und Philosophie, einige Aufzeichnungen sagen auch aus, dass er kurzzeitig Theologie, also die Lehre der Religion, studierte. Weizsäcker auch von der »Erfahrung der unwidersprechlichen Gültigkeit der universalistischen Moral«.16 Aus diesen Bemerkungen Weizsäckers wird aber eines klar: Für ihn bedarf die Moral zu ihrer Begründung nicht der Religion. Jacob Katz: Frühantisemitismus in Deutschland, Wikiquote: Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, Online-Ausgabe von „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ bei zeno.org, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. S. 40. Abschnitt. Kant stellt die Frage, warum die Vernunft durch einen Hang ihrer Natur getrieben wird, über den Erfahrungsgebrauch hinauszugehen und über die drei Gegenstände, die ihre Endabsicht ausmachen, zu vernünftelen: 1. die Freiheit des Willens, 2. die Unsterblichkeit der Seele ): Horst Gronke, Thomas Meyer, Barbara Neißer (Hrsg. Folglich kommt der Frage nach der Sinnhaftigkeit bzw. gründet werden könne, erhellt selbst aus dem Begriffe der Religion"18• Jedoch nicht nur wegen seines empirischen, auch wegen seines legalisti-schen Gehalts ist der Offenbarungs-und Geschichtsglaube als unmoralisch ab-zulehnen. [3] Dies fasst Kant in dem Grundsatz zusammen: „alles, was, außer dem guten Lebenswandel, der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.“. | Für Kant war mithin Moral ohne Religion durchaus möglich. Gott und Unsterblichkeit hatte er zwar postuliert, glaubte aber selbst an keines von beiden. Der Mensch bedarf, so Kant 1793 in seiner Religionsschrift, der Religion nicht, um moralisch zu sein. Das wäre doch nur äußerlich. Der König persönlich setzte sich gegen eine Veröffentlichung ein. Kant löste die Moral von der Religion los. LIT Verlag, Berlin (2009). Von der Einwohnung des bösen Prinzips neben dem guten, Vom Kampf des guten Prinzips, mit dem bösen, um die Herrschaft über den Menschen, Der Sieg des guten Prinzips über das böse, und die Gründung eines Reichs Gottes auf Erden, Vom Dienst und Afterdienst unter der Herrschaft des guten Prinzips, oder Von Religion und Pfaffentum. Das „Prinzip des Bösen“ versteht Kant dabei als letztlich unerklärliches Phänomen, das aber jedem Menschen eigen sei: Jeder Mensch trage von Natur aus den Hang zum Bösen, ein radikales Böse, in sich. Die klassischen Sätze der Aufklärung werden gleich zu Beginn des Textes genannt: "Licht in das Dunkel der Unwissenheit" zu bringen ist der zentrale Anspruch dieser progressiven Geistesbewegung. Doch wie kommt Kant zu diesem Schluss? Am 1. große Haufen müsse eine sinnliche Religion haben. Religion kann man nicht erzwingen bzw. Wie Kant bereits in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten gezeigt hatte, ist wirklich moralisches Handeln – in Kants Worten: ein Handeln aus Pflicht – nur möglich, wenn der Mensch sich selbst als frei verstehen kann. Er ist im System Immanuel Kants das grundlegende Prinzip der Ethik. S. 430. Otfried Höffe erläutert diese schwer verständliche Passage wie folgt: „Bemerkenswert an dieser Argumentation ist, daß sie die traditionelle Vorstellung vom künftigen Leben verändert. Die Erfahrung, die in diesem Indikativ ausgesprochen wird, ist der eigentliche Kern. Die Moral muss insofern vollständig unabhängig von religiösen Vorgaben bleiben und wird allein durch die Vernunft bestimmt: „Die Moral, so fern sie auf dem Begriffe des Menschen als eines freien, eben darum aber auch sich selbst durch seine Vernunft an unbedingte Gesetze bindenden Wesens gegründet ist, bedarf weder der Idee eines andern Wesens über ihm, um seine Pflicht zu erkennen, noch einer andern Triebfeder als des Gesetzes selbst, um sie zu beobachten. die Religion kann meiner Meinung nach durch keine Autorität vorgegeben werden. - Wäre die Moral auf einen Gott gegründet, so wäre die Triebfeder des moralischen Ein weiterer Einwand Kants gegen die Geltung einer "theologischen Moral" dreht sich um den Begriff der freien Willkür Gottes, denn wäre Gott allein jener, der ethische Statuten erlässt, so wäre der Mensch der göttlichen Willkür total ausgeliefert, denn Gott hätte per Definition keine Instanz mehr, vor der er Rechenschaft ablegen müsste. Grenzen der bloßen Vernunft” stellt Kant dagegen fest, daß die Moral weder bei der Erkenntnis der Pflicht noch bei der Motivation zur moralischen Handlung der Religion bedarf 10. "Sie bedarf keineswegs der Religion, sondern ist vermöge der reinen praktischen Vernunft sich selbst genug." Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Er lautet: ‚Das moralische Gesetz in uns und der gestirnte Himmel über uns.‘ Kant!!! Eine Biographie. Die Offenbarung würdigt Kant zwar in ihrer Bedeutung für den geistigen Fortschritt der Menschheit, betrachtet sie aber als eine zu überwindende Stufe der menschlichen Entwicklung. Das radikal Böse bei Immanuel Kant 2.1 Von der Einwohnung des bösen Prinzips neben dem guten: oder über das radikal Böse in der menschlichen Natur 2.2. Die Moral, so Kant 1793 in seiner Religionsschrift, bedürfe «keineswegs der Religion». Kant entwickelt darin eine philosophische Religionslehre, die eine auf Vernunft beruhende Religion entwirft, die sogenannte Vernunftreligion. Seine feste Überzeugung war, daß derartige Glaubensvorstellungen lediglich eine Sache des „individuellen Bedürfnisses“ seien. Literaturverzeichnis Auch seine pietistische Schulbildung beurteilte Kant später als „Jugendsklaverei“ und als „Zucht der Fanatiker“. So, wie es in der Wissenschaft der belebten Natur (Biologie) und damit im Bio-Unterricht um … S… Die Moral hat es lediglich mit der "Vernunftbedingung", nicht mit einem Erwerbmittel der Glückseligkeit zu tun. Dies sei am Beispiel der Unsterblichkeit der Seele gezeigt: Denn ebenso, wie Kants Gottesbegriff als terminus technicus zu verstehen ist und nicht als persönlicher Gott verstanden werden darf, so ist auch das Konzept von der Unsterblichkeit der Seele nicht in jeder Hinsicht vergleichbar mit sonstigen religiösen Vorstellungen, etwa der von einer Seelenwanderung oder der Erlösung der Seele nach dem physischen Tod. Dieter Witschen, Kants Moraltheologie. Die christliche Religion als natürliche Religion, 2. Für Kant war mithin Moral ohne Religion durchaus möglich. - Sie bedarf also zum : 12: Behuf ihrer selbst (sowohl objectiv, was das Wollen, als subjectiv, was : 13: das Können betrifft) keinesweges der Religion, sondern Vermöge der reinen : 14: praktischen Vernunft ist sie sich selbst genug. [8] Eine explizite Ablehnung des Christentums ist von Kant jedoch nicht überliefert. dem Denken des Menschen ein bereits vorausgehender Begriff dieser ethischen Attribute zu Eigen sein. Abschnitt. Seit ich diesen Satz kennenlernte, störte mich – über viele Jahre hin … ): Diese Seite wurde zuletzt am 22. Ethik ist das Nachdenken über die Moral bzw. Er gebietet allen endlichen vernunftbegabten Wesen und damit allen Menschen, ihre Handlungen darauf zu prüfen, ob sie einer für alle, jederzeit und ohne Ausnahme geltenden Maxime folgen und ob dabei das Recht aller betroffenen Menschen, auch als Selb…